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Winter hat Dörfer noch voll im Griff
Nachdem sich die Situation auf den Straßen entspannt hat, gab es im Amt Züssow noch immer Schneemassen-Ärger.
Ostvorpommern (OZ) - Der Verkehr rollte gestern wieder auf den Bundes- und Landesstraßen. „Die Lage hat sich eindeutig gebessert“, schätzte Eckhart Stöwhas ein. Dank einer großen Bereitschaft von Firmen und Bürgern seien die allermeisten Fahrbahnen freigeräumt. „Probleme“, so der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Züssow, „gibt es allerdings noch in kleinen Orten.“ Davon konnte Jürgen Wohlers ein Lied singen: „Die Kreisstraße zwischen der B 109 und Groß Kiesow sowie Klein Kiesow ist noch immer nicht richtig befahrbar“, informierte der Bürgermeister von Groß Kiesow gestern Morgen. Der Grund: Am späten Sonnabend hatte ein Radschlepper die eh schon schmale Straße für einen Notarzteinsatz freigeschleppt. Eine Schneise quasi durch hohe Wehen. „Danach blieb das auch erst mal so“, erklärte Wohlers. Und die Folge: Noch gestern Mittag hatten Autofahrer an mehreren Stellen ihre liebe Not, sich durch die meterhohen Schneemassen zu wühlen. Gegenverkehr musste teilweise erst wieder ein ganzes Ende zurückstoßen, weil die Gasse nur einspurig war.Dabei mühten sich auf dieser Strecke gleich mehrere vom Landkreis beauftragte Firmen. Früh um drei Uhr etwa hatte sich Mario Schulz von der Kies- und Recycling GmbH Zemitz mit seinem Radlader auf den Weg gemacht. Ab 4.30 Uhr kämpfte er mit dem festen Schnee — insbesondere an den Abfahrten Sanz Hof III und Kiesow Meierei. Doch er nahm‘s gelassen: „Mal sehen, wie weit ich komme.“ Einige hundert Meter entfernt räumte André Keßler mit einer Schneefräse den Weg nach Strellin frei. In dem kleinen Ort tollte Norman Maaß gerade in der weißen Pracht. „Da der Bus nicht kam, haben wir den zweiten Tag schulfrei“, freute sich der Zehnjährige, der mit seinem Bruder Toni Troelenburg zunächst von den Eltern angehalten wurde, etwas Schnee zu schippen.Und nicht nur in Strellin blieben die Kinder zu Hause. Der Verkehrsbetrieb Greifswald-Land schickte gestern Morgen aufgrund der Fahrbahnverhältnisse nicht einen Schulbus auf den Weg. Ab Klassenstufe 5 fiel der Unterricht deshalb in der Gützkower Peenetalschule aus. Nur etwa 30 bis 40 Schüler, zumeist Gützkower, hatten sich auf den Weg gemacht und gingen dann bald darauf wieder heim, berichtete Regina Rieck, kommissarische Schulleiterin. Die Grundschüler indes — überwiegend Gützkower — lernten gestern fleißig. Während dort wie anderswo nach dem tüchtigen Schneefall der Alltag wieder Einzug hielt, waren Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Gützkow noch mit Aufräumen beschäftigt. Um die 110 Menschen hatten in der kleinen Peenestadt am Wochenende eine Herberge, nachdem sie auf bzw. nahe der A 20 mit ihren Fahrzeugen stecken blieben, eine Herberge gefunden — und sie lobten ihre „Gastgeber“ uneingeschränkt.
PETRA HASE
Ostseezeitung vom 13.01.2010 |