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Reisende fanden wieder in Feuerwehr Asyl
Schneefall und stark böige Winde brachten den Verkehr in und um Greifswald am Sonnabend zeitweise völlig zum Erliegen. Doch überall legten sich Einsatzkräfte ins Zeug, um Straßen zu beräumen.
Von PETRA HASE
Gützkow/Greifswald. DenSchneefall in Berlin betrachtete Dirk Hahnemann am Morgennoch mit Freude, als er sich mit seinerFamilie am Sonnabend auf den Weg nach Bansin machte. Eine Woche Schneeferien auf der Insel. Herz, was willst du mehr! Doch spätestens bei Jarmen vergingden fünf Hauptstädtern im Auto das Lachen. „Wir fuhren von der A 20 nach Anklam und wieder zurück, weil dort gar nichts mehr ging. Hier bei Gützkow war dann endgültig Schluss. Überall Schneeverwehungen“, erzählt Dirk Hahnemann, der mit seinen Angehörigen von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Gützkow ins warme Gerätehaus gelotst wurde .Da die Umgehungsstraße der Peenestadtkomplett zugeweht war, erhielten alle Reisenden ab Mittagkurzzeitig Asyl. „Rund 130 Menschenhaben wir hier mit warmen Getränken versorgt, etwa 40 kamen in der Turnhalle und auf dem Hasenberg unter“, berichtet Wehrführer Uwe Rieck: „Die meistenwollten nach Usedom, dort ist wiedergroßer Gästewechsel. “Bereits vor drei Wochen, als Sturmtief Daisy für Verkehrschaos sorgte, half die Wehr etwa 110 Reisenden mit Unterkunft und warmer Suppe. Sie waren zumeist aufder A 20 bei Gützkow stecken geblieben. „An diesem Wochenendeist es noch schlimmer“, lautet Uwe Riecks Einschätzung, während seine Kameraden Autos aus den Wehen befreien und das Wehrleiterbüro kurzerhand zum Babywickelraum umfunktioniert wird. „In Gützkow sind wieder alle Mann dabei“, sagt BürgermeisterJoachim Otto und lobt neben den städtischen Einsatzkräften auch die Firmen Görs, Lübke, Zorn und die Wiecker Pflanze. Sie alle räumten mit schwerer Technik die Straßen, so dass die Urlauber am Abend ihre Fahrt fortsetzen konnten. „Auf nach Zinnowitz“, meint gutgelaunt Kai Kaufmann aus Bremen, als er sich 17.30 Uhr wieder hinters Lenkrad setzte und der Feuerwehr noch einmal für den guten Kaffee dankte. Keine Freude empfanden hingegen jene Autofahrer, die einen Unfall hatten. „Von den 28 Verkehrsunfällen, die wir in der Zeit von 9 bis 19 Uhr aufnahmen, waren etwa zwei Drittel auf Witterungsbedingungen zurückzuführen“, berichtet Egbert Cravan von der Polizeidirektion Anklam. In den meisten Fällen sei es bei Sachschädengeblieben. In einem Fall jedoch – gegen 10.40 Uhr auf der B 109 vor Ziethen – seien drei Personen verletzt worden. Aufgrund des Schneetreibens sei ein Pkw auf einen vor ihm fahrenden Laster aufgefahren. Nicht so schlimm. Doch wenige Minuten später fuhr einzweites Auto auf: „Der 30-Jährige Mitfahrer musste schwer verletzt ins Klinikum gebracht werden“,berichtet Egbert Cravan. Nach Einschätzung der Polizei war der nördliche und westliche Bereich Ostvorpommerns besonders von den Verwehungen betroffen.Selbst der Winterdienst kapitulierte zeitweise, konnte nicht alle Hauptstrecken freihalten. Dazuzählten die B 109 zwischen Ziethen und Moeckowberg, die B 110 von Jarmen über Anklam nach Ahlbeck, die B 111 zwischen Moeckowberg und Gützkow sowie die Landesstraße von Ziethen nach Gützkow. Erst ab 18.30 Uhr habe sich die Situation entspannt. Auch in Greifswald, wo am Sonnabend unter anderem die 11.Jobbex ausfiel. 46 Aussteller hattensich ursprünglich zu der Ausbildungsmesse angekündigt. Ausgefallen ist für viele auch der Einkauf am Sonnabend – zumindest im Elisenpark.„Aufgrunddes heftigen Windes hatte sich der Schnee auf dem Dach des Centers zu riesigen Wehen mit bis zu 1,50 Meter Höhe aufgetürmt“, berichtet Centermanager. Aus Sicherheitsgründen wurde das Center deshalbum 14.30 Uhr geschlossen. „Wir wollten kein Risiko“,so Bergholz. Gestern wurde der Schnee vom Dachgekarrt, heute soll der Elisenpark wieder offen sein.
Aus der Ostseezeitung vom 01.02.2010 |